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Das Bildungssystem Santa Catarinas

 

Die Schulausbildung

Das Bildungswesen Santa Catarinas setzt landesweite Standards. In Santa Catarina besuchen 99.7% der Kinder zwischen sieben und vierzehn Jahren eine Schule. Die Zahl der bestandenen Abschlüsse der achtjährigen Pflichtschulausbildung liegt bei 84,9%, gegenüber 75,8% im Landesdurchschnitt.

Von 100 Schülern, die in die Schule eintreten, schließen 70 die Pflichtschulausbildung ab. Diese Zahl liegt über dem nationalen Durchschnitt von 59% und gehört zu den drei besten des Landes.

Es verdient auch die Lehreraus- und fortbildung hervorgehoben zu werden, die sowohl vor Ort wie über Fernstudienkurse durchgeführt wird. Circa 40000 Lehrer nahmen bereits zu Fortbildungszwecken an Videokonferenzen teil, die in Zusammenarbeit zwischen Regierung und der Bundesuniversität von Santa Catarina (UFSC) durchgeführt wurden.

Zu den Gründen, die zu diesem Erfolg beitragen, gehört auch ein kohärenter Rahmenlehrplan, dessen pädagogische Prinzipien von einem Lehrer- und Hochschullehrergremium gemeinsam erarbeitet wurden. Dieser Lehrplan wird seit 10 Jahren durch interdisziplinäre Debatten zwischen Eltern, Schülern und Lehrern ständig verbessert.

 

Berufliche Ausbildung

Die Nationale Behörde für industrielle Ausbildung (SENAI) bietet berufliche Ausbildungskurse auf einem Basis-, technischem und höheren Niveau an. Daneben ist di Mittelschulausbildung mit der beruflichen Ausbildung verzahnt. Die Institution SENAI hat pro Jahr 1500 eingeschriebene Schüler in Basiskursen; mehr als 8000 Schüler sind in technischen Kursen eingeschrieben und 1800 Schüler besuchen die 28 höheren Ausbildungskurse im Technologiebereich. Mit ihren Einrichtungen in 35 Städten des Bundesstaates, darunter sieben Technologiezentren, bedient die Institution alle industriellen Sektoren Santa Catarinas.

Die Nationale Behörde für die Handelsausbildung (SENAC) ist in 19 Städten und Gemeinden Santa Catarinas tätig - in 17 davon befindet sich ein eigener Sitz und zwei sind in anderen Räumlichkeiten untergebracht. Sie besitzt auch drei mobile Einheiten, die auf die Bereiche Verwaltung, Informatik sowie Tourismus und Gesundheit spezialisiert sind, und die Gemeinden versorgt, an denen die Behörde nicht in festen Räumen tätig ist. Bei mehr als 45000 jährlichen Einschreibungen arbeitet die Institution in 14 Bereichen beruflicher Ausbildung: Kunst, Kommunikation, Handel, Gebäudereinigung und -erhalt, Design, Verwaltung, Sprachen, Informatik, Selbstdarstellung, Freizeit und persönliche Entwicklung, Umwelt, Tourismus und Gastfreundschaft sowie Ausbildungstechniken. Die Kurse sind in drei Stufen unterteil: Basis-, technisches und technologisches Niveau.

Das Bundeszentrum Santa Catarinas für technologische Ausbildung (Cefet), die ehemalige Technische Bundesschule, ist eine Institution zur Ausbildung von Fachleuten mit anerkannter Kompetenz in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Elektronik, Automation, Industriedesign, Telekommunikation, Textilwesen, Gesundheit, Tourismus, Bauingenieurwesen und Informatik. Es bietet Kurse auf einem Basisniveau, Mittelschulniveau, sowie technischem und technologischem Niveau, was einer Fachhochschulausbildung entspricht. Darüber hinaus unterhält es mehrere Programme, in denen die Kenntnisse in die Firmen getragen werden und die Realität der Arbeitswelt in die Klassenräume geholt wird.

Die Technische Schule Tupy in Joinville ist eines der brasilianischen Hauptzentren in der Ausbildung von Metallfacharbeitern.

 

Hochschulausbildung

Das dezentrale Modell Santa Catarinas ist heute eines der am besten strukturierten des Landes. Fünfzehn, von Bund, Bundesstaat und Gemeinden unterhaltene Universitäten sind über den gesamten Bundesstaat verteilt. Sie sind untereinander durch Glasfaserkabel verbunden und gehören zum Wissenschafts- und Technologienetz Santa Catarinas, der besten akademischen, digitalen Kommunikationsstruktur Brasiliens, die schnellen Internetzugang und den Einsatz von Videokonferenzen gestattet. Unzählige Forschungsprojekte und extracurriculare Projekte dienten als Vorbilder für andere Bundesstaaten. Die Zusammenarbeit mit der Industrie und den Bürgern ist die Grundlage für die Fortbildung von Professoren und Studenten, indem sie jene die Anforderungen des Marktes aufmerksam beobachten lässt.

UFSC

Die Bundesuniversität liegt in der Hauptstadt Florianópolis. Die Zahl der Professoren, Angestellten und Studenten beträgt insgesamt 33000, und die Universität gehört zu den zehn größten und besten Hochschulen Brasiliens. Sie betreibt mehr als 300 Laboratorien und Forschungsgruppen, viele darunter in Zusammenarbeit mit Regierung und Industrie. Sie bietet 39 Bachelorkurse, 98 Aufbaustudiengänge, 112 Masterkurse und 24 Promotionskurse an.

In Lateinamerika liegt die UFSC unter den 20 Hochschulen an elfter Stelle hinsichtlich der Zahl der wissenschaftlichen Publikationen. Bei ihren Forschungsleistungen ragt insbesondere der Fachbereich für Maschinenbau heraus, wo industrielle Automatisierungs- und Kontrollverfahren entwickelt werden.

Die UFSC ist auch international ein Vorbild, wenn es um Fernstudiengänge geht. Bezügliche der Fernstudienkurse auf Master- und Promotionsniveau leistet ihr Kommunikationslabor in Brasilien Pionierarbeit. In Zusammenarbeit mit dem bundesstaatlichen Bildungsministerium hat es auch zur Fortbildung von Lehrern in ganz Santa Catarina einen wichtigen Beitrag geleistet.

 

Acafe

Vor dreißig Jahren gegründet gehören zu diesem Zusammenschluss von Hochschulstiftungen 14 Institutionen, die eine qualitativ gute Ausbildung im ganzen Bundesstaat garantieren. Sie bietet insgesamt 971 Studiengänge an, 600 Bachelor-, 319 Aufbaustudiengänge und 52 Sonderstudiengänge, die von circa 7800 Professoren angeboten und von mehr als 127000 Studenten besucht werden. Etwa 80% der Studenten Santa Catarinas sind im Hochschulverband Acafe (Verbund der Hochschulstiftungen Santa Catarina).

Die Hochschulstiftungen gründen sich auf Initiativen lokaler Städte und Gemeinden. Sie kennzeichnet insbesondere ihre Dezentralisierung aus, was den Hochschulzugang demokratisiert. In den letzten Jahren wurde das Studienplatzangebot signifikant erhöht, und dieses Modell wurde für andere Bundesstaaten Brasiliens zu einem Vorbild.