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Die Missionarssiedlungen

 

Während des 17. und 18. Jahrhunderts waren die Guarani Indianer, die im heutigen Nordosten Argentinien's, Südosten Paraguay's und im Nordosten von Rio Grande do Sul lebten, nur nominell unter der Herrschaft Spaniens und Portugals. In Wirklichkeit wurden sie von der Company of Jesus, dem mächtigen Jesuitenorden regiert. Die erste selbstversorgende indigene Siedlung einer Jesuitenmission wurde 1610 gebaut. Sie schaffte eine beispiellose Gesellschaft. Die Jesuiten wollten die idigenen Gemeinschaften katechisieren, in dem sie sie mit Wissen über Wirtschaft, Kunst und Wirtschaft versorgten. Außer, dass sie den christlichen Glauben akzeptierten, lehrten die Guarani Völker den Priestern was sie über Pflanzen, Klima und ihre Lebensweise wussten.

Die Siedlungen

Die Weißen und Indianer gründeten dann die 30 Siedlungen der Jesuitenmission: sieben in Rio Grande do Sul, 12 in Paraná und die anderen entlang der argentinischen und paraguayanischen Grenze verteilt. Es gab 150.000 Ureinwohner und bildeten wichtige Zentren. Sie pflanzten Yerba-mate, Weizen, Mais, Maniok, Baumwolle, Obst und Gemüse. Effiziente Techniken für die Rinderzüchtung wurden entwickelt.

Ideale Gesellschaft

Der Katholizismus wurde zur offiziellen Religion der missionarischen Gesellschaft. Die Kinder lernten Lesen und Schreiben in Spanisch und Guarani. Mädchen lernten auch zu spinnen, weben und kochen. Kinder sangen religiöse Lieder während junge Indianer und Erwachsene Musikinstrumente mit extremer Präzision herstellten: Violinen, Harfen, Fagotts, Gitarren und Trommeln.

Die Missionarssiedler lernten unzählige Berufe (vom Schmied bis Tischler) aber vor allem waren sie in der Architektur und Bildhauerei herausragend: sie bauten mit hölzernen und steinernen Engeln dekorierte Häuser und Kirchen, die an die Borockkunst erinnerten. Für 150 Jahre lebten sie in harmonischen und wohlhabenden Gemeinschaften. Spuren dieser Gemeinschaften gibt es noch immer in den Ruinen der Missionen, die im Süden Brasiliens und Teilen Argentiniens und Paraguay verblieben.

Die Verdrängung

Am Anfang war es König Philipp II. der die Katechisierung der Jesuiten unterstützte. Er regierte von 1580 bis 1640 über Spanien und Portugal. Als Portugal wieder unabhängig wurde wollte Spanien, dass die Missionen deren Vorherrschaft in Südamerika garantieren. In dieser Ära kämpften bereits die ersten Missionarssiedlungen gegen die ersten Siedler, die 20.000 Ureinwohner gefangen nahmen und viele Siedlungen zerstörten. Als die missionarische Organisation florierte, verschlechterte sich die Beziehung zwischen dem Jesuitenorden und der iberischen Monarchie. Die Könige Spaniens und Portugals setzten administrative Reformen um und unterzeichneten 1750 den Vertrag von Madrid, der ihre Territorien neu definierte. Die Vereinbarung beinhaltete, dass die Ureinwohner die Missionarssiedlungen verlassen und in spanisches Gebiet umsiedeln sollten. Dabei sollten sie alles Eigentum wie Vieh und Plantagen den Portugiesen hinterlassen Die sieben Missionarssiedlungen wurden Portugal überlassen, die im Gegenzug die Kolonie Sacramento an Spanien abgaben.

Widerstand

Priester und Ureinwohner rebellierten gegen diese Entscheidung. Im Jahre 1754 begann der Guaranítica Krieg, der viel Verlust brachte und zwei Jahre später in der Zerstörung der Missionarsgemeinschaften endete. 1761 anierte der Vertrag von El Pardo den Vertrag von Madrid und erlaubte den überlebenden Ureinwohner in die sieben Missionarssiedlungen zurück zukehren. Jedoch wurden die Jesuiten 1768 aus diesem Gebiet verwiesen.

Geschützt durch den Pinienwald hielten die Caingangue der Besetzung ihres Landes stand und wurden von den ersten Siedlern, die im 16. Jahrhundert durch Südbrasilien fuhren nicht belästigt. Im 17. Jahrhundert ließen sich die wenigen überbliebenen Gemeinschaften, die die Weißen, geführt von den Tupi-Guaranis, ausfindig machen konnten, nicht unter Kontrolle bringen. Auch die Militärexpeditionen, die Minerale aufsuchen und die Möglichkeit Siedlungen zu errichten untersuchen sollten, wurden ebenfalls von den Coroados zurückgeschlagen.

Besetzung 

Allein im Staat Paraná gab es Anfang 1768 elf offizielle Expeditionen. Die Indiander führten eine Reihe von Angriffen aus, die die Besetzung der Guarapuava Region um mehr als 40 Jahre verzögerte. Die stetig anwachsende Landbesetzung im Süden durch deutsche und italienische Einwanderer im 19. Jahrhundert ließen die Coroados ebenfalls reagieren. Die ersten Dörfer wurden im 19. Jahrhundert errichtet, jedoch führten die fortlaufenden Konfrontationen schnell zum Verlust von Einheit und kulturellen Wurzeln. Viele von ihren Nachfahren, von denen fast alle in offiziellen indigenen Gebieten leben, kämpfen noch heute für den Erhalt ihre Kultur.

Die erste organisierte Gruppe von Siedlern erreichte Rio Grande do Sul im Jahre 1740. Sie kamen von den Azoren und wurden von der portugiesischen Regierung unterstützt, die wollte, dass sie die großen Gebiete besiedeln, die zuvor die Missionare besetzten. Jedoch hatten sie mit vielen Problemen zu kämpfen, was dazu führte, dass sie in das Gebiet, das heute Porto Alegre ist, umsiedelten.

Der Pfad der Viehtreiber

Die Missionen lösten sich auf aber hinterließen ein Erbe, das für lange Zeit die wirtschaftliche Grundlage für Rio Grande do Sul war: große Viehherden und Pferde, die frei in der Prärie umher rannten. Diese Herden lockten portugiesische Kolonisten in die Region, die begannen das Land systematischer zur besiedeln. Um das 18. Jahrhundert herum schaffte die Entdeckung von Gold in Minas Gerais ein Angebot an Vieh aus dieser Region, was die Besetzung dieser Region schließlich festigte.

Die erste Verbindung zwischen der Stadt Vimão (Rio Grande do Sul) und Sorocaba (São Paulo) wurde 1712 registriert. Die erste komplette Tour entlang diesem Pfad der Viehtreiber fand jedoch erst 1731 statt, die den exakten Weg einer wirtschaftlichen Bewegung markierte, die für mehr als 200 Jahre andauern sollte. Angetrieben von der Nachfrage in der Region von Minas Gerais zur Zeit des Goldes und ertragvollen Steinminenarbeiten, begannen Viehtreiber sich durch das unbewohnte Innere Brasiliens voranzukämpfen. Teams von Reitern führten Esel, Vieh und Ware durch das Hinterland. Nach Jahrzenten der Unterstützung vom Minen, wurden die Viehtreiber ebenfalls wichtig für die Zuckerrohr- und Kaffeproduktion. In einem Land ohne Straßen, fast keinen Zügen und wenigen Häfen, war die ununterbrochene Bewegung der Viehtreiber wichtig für die brasilianische Wirtschaft.

Städtische Zentren

Mit der Zeit entwickelten sich die Rastorte der Viehtreiber zu städtischen Zentren, was die Besetzung einfacher gestaltete. (siehe Lapa und Castro in Paraná). Rio Grande do Sul, das ständig in territoriale und politische Kämpfe verwickelt war, wurde ein wichtiges Versorgungszentrum, das im Rest des Landes integriert war. Die Viehtreiber sahen Kriege und Revolutionen, Portugiesen wie sie ihr Staatsäckel durch ihre Arbeit füllten, die Umformung des Kaiserreichs in eine Republik  und die Geburt vieler Städte.

 

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